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Coronavirus NFP 80 «Covid-19 in der Gesellschaft»

Der Bundesrat beauftragte den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit der Durchführung des Nationalen Forschungsprogramms zu «Covid-19 in der Gesellschaft» (NFP 80). Das neue NFP soll die Einflüsse der Covid-19-Pandemie auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik aus der sozial- und geisteswissenschaftlichen Perspektive beleuchten. Das NFP 80 ergänzt das im Jahr 2020 gestartete NFP 78 «Covid-19», bei welchem biomedizinische und klinische Fragestellungen untersucht werden. Es verfügt über einen Finanzrahmen von 14 Millionen Franken aus bestehenden Mitteln und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Der SNF wird die Ausschreibung im Frühherbst publizieren.

SNF 3300 neue Projekte im Jahr 2020

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) förderte im Jahr 2020 rund 3300 neue Projekte im Umfang von 937 Millionen Franken. Insgesamt liefen am Ende des letzten Jahres über 6000 SNF-Forschungsprojekte. Total gingen 8200 Fördergesuche ein, wovon der SNF aufgrund finanzieller Verpflichtungen in der Projektförderung nur 37% bewilligen konnte, im Vergleich zu 49% im Jahr 2019. Mit diesen Projektförderungen ermöglicht der SNF unabhängige Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung, die zur Bewältigung verschiedenster Herausforderungen der Gesellschaft beitragen soll. Unter anderem starteten auch 73 Forschungsprojekte, mit denen Erkenntnisse zu Covid-19, zur Pandemie und ihren Folgen gewonnen werden sollen; hierfür werden Fördermittel von rund 30 Millionen eingesetzt.

Zusammenarbeit mit der EU APK-N will Beteiligung an EU-Programmen

Die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates (APK-N) sprach sich mit 17 zu 8 Stimmen gegen einen Verhandlungsabbruch mit der Europäischen Union (EU) hinsichtlich des Institutionellen Rahmenabkommens aus. Sie forderte den Bundesrat auf, Zusatzverhandlungen zu führen und gleichzeitig mit dem Abschluss des Rahmenabkommens auch die Assoziierungsabkommen für die Beteiligung der Schweiz an den Programmen Horizon Europe, Digital Europe, Euratom, ITER und Erasmus+ für die Periode 2021–2027 abzuschliessen.

Standpunkt

Zusammenarbeit mit der EU sichern

Michael Hengartner
Präsident ETH-Rat

Die Europäische Union ist die wichtigste Partnerin der Schweiz für Bildung, Forschung und Innovation. Ein Ende dieser erfolgreichen Zusammenarbeit wäre ein grosser Verlust für unser Land. Ein Ausschluss von den EU-Forschungsrahmenprogrammen (FRP) könnte nicht gleichwertig ersetzt werden – weder durch nationale Programme noch durch eine engere Zusammenarbeit mit einzelnen Staaten. Die BFI-Akteure haben sich deshalb klar dafür ausgesprochen, dass die Schweiz auch am nächsten FRP «Horizon Europe» teilnimmt. Ein Abseitsstehen der Schweiz von Europa hätte mittel- und langfristig grosse negative Auswirkungen auf die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.

Die Forschungsrahmenprogramme der EU sind für den ETH-Bereich extrem wertvoll. Sie erweitern unsere internationalen Netzwerke und stärken die Attraktivität und Reputation unserer Institutionen sowie der Schweiz als Forschungs- und Innovationsleader. Forschung ist schon lange nicht mehr auf Landesgrenzen beschränkt. Das hat die Corona-Pandemie exemplarisch gezeigt. Es braucht Zusammenarbeit und Austausch über die Landesgrenzen hinweg, aber auch den entsprechenden Wettbewerb. Dieser gibt unserem Land die Möglichkeit, sich mit den besten Forschenden zu messen. Könnten sich Forschende in der Schweiz nicht mehr um Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) bewerben (so etwas wie die Goldmedaillen der europäischen Forschung), hätten wir einen deutlichen Standortnachteil. Und die besten Forschenden aus dem Ausland würden sich bestimmt nicht mehr für eine Stelle in der Schweiz bewerben. Oder würden Sie als Tennis-Profi nur noch in Gstaad und Basel Tennis spielen anstatt in Wimbledon und Paris?

Der ETH-Rat und die Institutionen des ETH-Bereichs sind beunruhigt: Wir wissen noch immer nicht, ob und wie die Schweiz an Horizon Europe teilnehmen kann. Bildung, Forschung und Innovation riskieren zum Kollateralschaden in den Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU zu werden. Was, ironischerweise, beide Seite schwächen würde – denn auch die EU profitiert von dieser Zusammenarbeit. Als pragmatischer Optimist hoffe ich daher bis zuletzt auf einen guten Ausgang der Verhandlungen und danke allen für ihren Einsatz dafür.